Garten-Safari

auf Safari im eigenen Garten

Wo Fuchs und . . . einander Gute Nacht sagen


 

Bei uns kann man auf Safari gehen im Garten - vor allem Nachts tummeln sich da Tiere, die eine Hauptrolle in schon so mancher Anektote gespielt haben. Hier werde ich einige davon erzählen.

Fuchs, du hast den Schuh gestohlen...

Der schlaue Fuchs

 

Ja, er wird seinem Namen gerecht, der Schlaue Fuchs. jedenfalls derjenige, in dessen Revier wir wohnen. Er ist vor ein paar Jahren eines gewaltsamen Todes gestorben. Aber er war hier bekannt wie ein "bunter Hund" - übrigens gehört der Fuchs sogar zur Familie der Hunde.

 

"Unser" Fuchs war beileibe nicht nur nachts unterwegs, bereits mitten am Nachmittag ging er auf die Pirsch zwischen den Häusern, oft um auf den unbebauten Wiesen nach Mäusen zu jagen. Dass er dabei die Gärten der Menschen durchqueren musste, störte ihn nicht im Geringsten, nicht wenige Male lief er nur mit einem Abstand von einem halben Meter ans uns vorbei, wenn wir im Garten arbeiteten, so dass wir mehr erschreckten als er! Leider haben die Menschen ihn auch gefüttert, so wusste er, dass die Hotels in unserer unmittelbarer Nachbarschaft eine gute "Futterquelle" darstellten. Eines Tages ging er in eines hinein, um sich an der Rezeption für ein Zimmer anzumelden. Ich glaube, das Zimmer haben sie ihm nicht gegeben, aber vermutlich waren sie dort erstaunt, dass er sich doch bei der Rezeption gemeldet hatte, nachdem die automatische Tür passiert hatte.

 

Fütterung eines Wildtieres, und auch dieser Fuchs war ein Wildtier, auch wenn er sich so manches Mal wie ein zahmes Haustier verhielt, ist arrogant, denn es vermittelt die Botschaft, dass die Tiere nicht fähig sind, für sich selbst zu sorgen. Und gefütterte Wildtiere verlieren die Scheu vor dem Menschen, was eine Gefahr darstellen kann. Ausserdem markieren sie den Ort des Fütterns, was für die meisten Menschen nicht sehr angenehm ist. Jemand hat ihn sogar fast jede Nacht auf unserem Grundstück gefüttert, so dass wir täglich die Markierung entfernen mussten, bevor wir den Täter - den Menschen! - ausmachen konnten.

 

"Unser" Fuchs war sehr verspielt, er schleppte nicht fachgerecht entsorgte Abfallsäcke in unsere Gärten und verteilte deren Inhalt über die gesamte Rasenfläche. Aufräumen mussten die Bewohner. Und er liebte Schuhe: ein paar Wochen lang fanden wir alle paar Tage einen einzelnen Schuh jeweils mittig in unserem Garten - und fast sämtliche Nachbarn vermissten einen Schuh, ob Sandale, Halbschuh, Hausschuh, Gartenschuh. Niemals die Schuhe draussen lassen, hiess die Devise! Alles, was nach Mensch roch (auch Gartenhandschuhe und andere getragene Keidungsstücke), zog den Fuchs magisch an, und er schleppte es mit sich fort. Auch Dünger im Beutel war nicht vor ihm sicher, einmal verteilte er einen ganzen 5-kg Sack über den Garten, der starke Geruch des Harnstoffes darin hat ihn dazu verleitet, dem Inhalt auf den Grund zu gehen. Dabei ist der Fuchs nur etwa so gross wie ein kleiner Hund.

 

Und übrigens: "Fuchs, du hast die Gans gestohlen...", trifft ebenfalls beinahe zu, hier wurde einfach die Gans durch Huhn und Hahn ersetzt. Die Hühner in der Nähe verbringen zwar die Nacht in einem sicheren Hühnerstall, aber der Fuchs war ja eben auch tagsüber aktiv.

Und manchmal sassen wir auf dem Balkon, um zu Abend zu essen. Dann setzte sich der Fuchs mitten auf unsere Wiese und schaute bettelnd zu uns herauf (siehe Foto).

 

Wenn man übrigens einen Fuchs davon abhalten will, sein Revier zu markieren, dann muss man mit seine Sprache erlernen. Im Internet habe ich dazu den Hinweis gefunden. Die chemische Keule ist zu gefährlich für Kinder, für Haustiere,für wilkommene Wildtiere und für die Umwelt. Aber was dem Fuchs recht ist, ist uns billig: Ebenfalls markieren: Schicken Sie Ihren Mann nach draussen am Abend. Der Fuchs kann das Testosteron auch im Urin des Menschen riechen, und es erzählt ihm, dass hier bereits ein anderer, grösserer sein Revier in Besitz genommen hat! Das klappt sehr gut. Nur Frauen sollten hier für einmal nicht auf Gleichberechtigung pochen, denn ihre Hormone könnten das Gegenteil bewirken . . .

Der Wendige mit dem plumpen Körper

Frechdachs

 

Im Gegensatz zum Fuchs ist der Dachs menschenscheu und nur nachts aktiv. Er wirkt zwar schwerfällig und träge, aber wenn er einen entdeckt, dann ist er weg wie der Blitz. Dass er scheu ist, bedeutet allerdings nicht, dass er auch lautlos ist. Gesetzliche Nachtruhe ist ihm fremd. Im Gegenteil, er kann laut und deutlich nach Futter suchen. Vor allem Komposthaufen findet er interessant und durchwühlt sie nach Würmern. Da wir einen Thermokomposter haben, hatte er vor, diesen auseinanderzunehmen: Zuerst entfernte er jede Nacht die seitlichen Verriegelungen - und wir befestigten sie am Morgen wieder. Dann warf er ohne Probleme den 10 kg schweren Stein herunter, den wir oben auf die Öffnung gelegt hatten. Irgendwann gaben wir es auf. U d der Dachs lernte (per Zufall vermutlich), dass man den Komposter auch oben einfach aufklappen kann, ohne ihn zu zerlegen. Jetzt ist am Morgen oft der Komposter geöffnet, er kriecht hinein und tut sich an den Würmern gütlich, er richtet jedoch keine Unordnung an und den Komposter bleibt dabei ganz.

Eines Nachts haben wir gehört, wie der Dachs laut den Komposter zerlegen wollte, wir haben uns leise in die Nähe geschlichen und haben ihn beobachtet. Und dann gefragt: "Was machst du da?" Der Dachs hat zu uns geschaut, und dann hat er sich mit einer Geschwindigkeit aus dem Staub gemacht, die man ihm nicht zutraute. Auch im KOmposter drin ist er sehr laut, gräbt und sucht nach Würmern, und weil er fast zu gross für den Komposter ist, reibt sein Körper natürlich ständig an der Ausserwand.

 

Wer sich aufregt über vom Dachs zerwühlten Rasen, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass der Dachs nach Engelingern gegraben hat. Und Engerlinge gelten gemeinhin als Schädlinge. Also ist der Frech-Dachs ein Nützling.

 

Das Foto, übrigens, entstand, als wir im April wegen den Temperaturen, die weit unter den Gefrierpunkt fielen, die Pflanzen besser abdecken wollten. Da hörten wir den Dachs rumoren. Er befand sich im Komposter, aber der Deckel war zu! Ob er nun so laut war, weil er einen Ausweg suchte oder ob ihm das gar nicht aufgefallen war - keine Ahnung. Als wir den Deckel öffneten, war er plötzlich ganz still. Und dann machte er sich mit einer Geschwindigkeit aus dem Staub, dass uns nur gerade 'mal ein Foto gelang. Aber ein gutes Foto, nicht wahr?

Kontaktfreudige Minis

Wombels in unseren Gärten

 

Wer so Mitte vierzig ist heute, der erinnert sich vermutlich noch gut and die Wombels, welche das Schweizer Fernsehen in den 1970ern als Gute-Nacht-Geschichte ausgestrahlt hat. Als es vor etwa zehn Jahren eine Wiederholung gab, klebten wir vermutlich mehr am Bildschirm als die eigenen Kinder, für welche die Sendung gedacht war, denn die Geschichten um die kleinen, liebenswürdigen Kerle katapultierte uns direkt in unsere eigene Kinderzeit zurück - eine Zeit, in der alles noch so anders war ohne all diese elektronischen und digitalen Geräteschaften . . .

Die Wombels, eine Erfindung der Englischen Autorin Elisabeth Beresford in den 1960er Jahren, eroberten in den 1970er auch den deutschsprachigen Raum, wobei die Schweiz eine eigene Schweizerdeutsche Fassung der kurz(weilig)en Geschichtchen, die im Fernsehen gezeigt wurden, erhielt, sogar die Namen der putzigen Kerlchen wurden geändert, so heisst der Wombel auf dem Bild, der am liebsten isst und ein Nickerchen macht, Pfusi, da "pfuse" auf Schweizerdeutsch schlafen heisst.

 

Vielfach wurde geraten, wer für die Wombels denn als Vorbild genommen wurde. Zuerst fand ich persönlich, sie hätten eine gewisse Ähnlichkeit mit den Igeln, aber vor einiger Zeit ist mir ein viel besseres Vorbild für sie eingefallen. Und darauf gebracht wurde ich wegen den langen Nasen, welche die Wombles gerne so lustig hin- und herbewegen. In unseren Gärten lebt ein Tier(chen), das eben dies auch macht: Die Spitzmaus, die eigentich gar keine Maus ist, sie ist nicht verwandt mit den Mäusen. 1942 sollte sie in die sinnvollere, ältere Bezeichnung  "Spitzer" umbenannt werden, um sie von den Mäusen besser abzugrenzen. Adolf Hitler verhinderte dies jedoch unter Androhung von drakonischen Strafen.

 

Es gibt weltweit mehr als 350 Arten von Spitzmäusen, rund zehn davon leben in Mitteleuropa. Sie gehören nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern. Und es sind die kleinsten höheren Säugetiere der Welt! Die kleinste Art ist nur 3-5 cm lang (ohne Schwanz) und etwa 1.8 g leicht. Und ihr Herz schlägt 800 bis 1000 mal pro Minute. Spitzmäuse werden 1 - 2 Jahre alt.

 

Im vergangenen Winter wohnte unter dem kleinen Holzstoss auf der Terrasse bei uns ein Wombel. Spitzmäuse sind Einzelgänger, so lebte sie alleine. Und da Spitzmäuse keine schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht haben, weil sie keine Schädlinge wie die Mäuse sind, leben sie gerne in der Nähe von Menschen und fürchten sie auch nicht. Unser Spitzmäuschen hat immer mit einem leisen Pfeifen geantwortet, wenn man es gerufen hat. Das heisst, wenn man vor dem Holzstoss stand und leise nach ihm rief, rief es zurück. Manchmal kam es dann auch hervor.

ein liebenswerter stachliger Geselle

Der perfekte Tarnanzug oder ein Bad in der Sonne

 

Die recht warmen Tage im März weckten auch den Igel auf, der seit Jahren in unserer Umgebung lebt. Vielleicht hat er gar in einem unserer Holz- oder Laubhaufen überwintert? Da die Nächte im März hier noch empfindlich kalt werden können und der Igel ein nachtaktives Tier ist, hat der hier beschlossen, sich nach einer klaren Nacht mit eisigen Temperaturen bis -7°C anstatt in einem Laubhaufen zu verkriechen, sein Nickerchen in der wärmenden Sonne des Vormittags zu machen, um sich wieder aufzuwärmen. Dazu hat er sich die perfekte Stelle ausgesucht, um nicht gestört zu werden! Man konnte ihn nur vom oberen Stock des Hauses aus sehen, und dort, wo er sich eingerollt hat, schleicht sich noch nicht einmal eine der vielen Nachbarskatzen vorbei. Ausserdem macht sein "Tarnanzug"  ihn nahezu unsichtbar. Ab und zu hob er verschlafen seine Nase und blinzelte in die Sonne. Als sich diese am Nachmittag rar machte und ein kühler Wind aufkam, verkroch er sich dann aber doch.

Wespe ist nicht gleich Wespe

Papierherstellung

 

Diese Papierwespe, auch Echte Wespe genannt (Familie: Faltenwespen; Unterfamilie: Echte Wespe), ist beim Nestbau von papierartigen Waben, bestehend aus mittels Zerkauen von totem, morschem Holz zu Kügelchen hergestelltem Papier. Diese Wespe hier gehört nicht zu den Roten, Gemeinen oder Deutschen Wespen, welche alle drei "Dunkelhöhlennister" sind, die anderen Arten hängen ihre Nester frei in Hecken, Bäumen und Dachböden auf wie diese Wespe. Den schlechten Ruf der Wespe verdankt diese der Gemeinen und der Deutschen Wespe, welche sehr zudringlich oder gar aggressiv werden können, vor allem im Herbst, wenn die Nester aufgelöst werden und die noch lebenden Arbeiterinnen einzeln auf Nahrungssuche gehen müssen. Alle anderen Wespenarten sind nicht aggressiv. Die Hornisse und die Gemeine Wespe bauen ihre Nester aus verrottenden Baumstämmen und Ästen, ihr Bau ist hellbeige, alle anderen Arten verwenden oberflächlich verwittertes Holz, ihr Bau ist grau wie auf dem Bild. Wunderschön sieht es aus, das zarte, papierene Gebilde! Sind diese Wespen nicht richtig künstlerisch begabte Baumeister?

WEnn einem das Glück zufliegt

Marienkäfer - Dein Freund und Helfer

 

Glückskäferchen haben wir viele im Garten. Bislang habe ich keine asiatischen Marienkäfer gesichtet, die meisten hier haben 7 Punkte. Und dann gibt es noch die gelben Marienkäferchen: die 22-Punkt-Käfer, welche Nützlinge der besonderen Art sind...

Sie sehen aus wie Ausseriridsche, die Larven der Marienkäfer, und sind nicht sehr ansehnlich. Nichtsdestotrotz räumen auch schon die Larven auf mit den Blättläusen.


Gelber 22-Punkt-Marienkäfer

 

Der Gelbe 22-Punkt-Marienkäfer frisst (echten) Mehltau! Wer also Rosengewächse mit Mehltau hat, der soll 'mal nachsehen, ob er nicht einer dieser winzigen Nützlinge auf den weiss bestäubten Blättern findet, bevor er mit schwerem Geschütz gegen diese Pilzkrankheit auffährt.

Diesen 22-Punkt-Marienkäfer habe ich an einem kleinen Apfelbäumchen entdeckt - obschon von blossem Auge kein Mehltau sichtbar ist, der Käfer scheint seine Sache gut zu machen.

Am nächsten Tag entdeckte ich fast an derselben Stelle eine Larve des gelben 22-Punkt-Marienkäfers...

Kindheits-erinnerungen

Pünktlich auf die Minute!

 

Sie sind wieder da, die Junikäfer - die viel grösseren Maikäfer haben wie hier aber nicht - pünktlich auf Anfang Juni nach drei Jahren kleben sie wieder träge auf niederiger Höhe auf stabilen Blättern, welche sie nur teilweise anfressen, oder sie surren schwankend wie betrunken durch die Luft und bleiben am nächstbesten Objekt, zum Beispiel an nackten Armen und Beinen, haften....

Die Junikäfer gehören zu den Brachkäfern, aber im Gegensatz zu den Maikäfern halten sich die Frassschäden in Grenzen, so dass eine Bekämpfung der Tiere nicht notwendig ist.

ein Schleimer

Rudolph - der Tiger im Leopardenpelz

 

Zugegeben, Rudoph wird vermutlich nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen, aber bei den Nützlingen schafft er es wahrscheinlich in die Top Ten!

Tigerschnecken - auch Tigerschnegel genannt, da sie zur Familie der Schnegel gehören, sind Nacktschnecken, die auf den ersten, flüchtigen Blick ein wenig aussehen wie die ungeliebten Spanischen Wegschnecken (Arion vulgaris, welche ca. in den 1960er Jahren eingeschleppt wurden und welche die einheimische Nacktschnecke, welche weit weniger invasiv und gefrässig ist, weitgehend verdrängt haben), aber wunderbare Nützlinge sind. Ihre lateinische Bezeichnung lautet Limax maximus, und sie sind mit Spanischen Wegschnecken überhaupt nicht verwandt. Sie können mehrere Jahre alt werden und bis zu 20 cm lang! Rudolph, wie wie diese hier getauft haben (die meisten Schneckenarten sind übrigens Zwitter - wer Interesse hat, kann auf Wikipedia ihr komplexes Liebesspiel nachlesen), weil er schon lange in unserem Garten lebt, klebt in Ruhestellung an der Hausmauer, aber wenn er aktiv ist, ist er einer der ganz grossen. Die Tigerschnecken jagen nachts, auch wenn "jagen" im Zusammenhang mit Schneckne etwas sonderbar klingt, so ist des doch der korrekte Ausdruck, denn die Gejagten bewegen sich ja ebenfalls nur im Schneckentempo fort... Rudolph ernährt sich nicht nur von anderen Schneckenarten, sondern auch von deren Gelegen.

 

Vor wenigen Jahren habe ich im Radio das erste Mal von diesen Tigerschnecken gehört und ein Bild dazu gesehen - und kurz darauf tauchte die erste lebendige Tigerschnecke vor meinen Augen auf. Seither haben wir festgestellt, dass in unserem Garten sich die Tiger regelrecht tummeln! Sie haben ja auch genügend Futter...

 

Ob wohl die Tigerschnecken mit ihrem Leoparden-Look zu ihrem Namen kamen, als in Europa noch kaum jemand wusste, wie die verschiedenen Grosskatzen aussehen und dass Tiger Streifen haben - und die Tigerschnecken Leoparden ähnlicher sehen als Tigern?

 

Kleine Katzenwelt

Noch ein Tiger im Garten

 

Es schleicht noch ein anderer Tiger durch unseren Garten: die Nachbarskatze. Als sie noch jung war - aus der Zeit stammen die Fotos - liebte sie es, wie ein Tiger durch den Dschungel zu streifen, da es in unserem Garten stets Stellen gab, auf denen das Gras nicht gemäht wurde und also sehr hoch stand, so dass es allerlei zu entdecken gab für sie. Heute beschränkt sich die "Tigeräktivität" darauf, an einem ungestörten Plätzchen in der Sonne zu liegen und nichts zu tun.



Sie kommen zu Tausenden

Die Aufräumer

 

Am letzten Sonntag waren die Bremsen (die wohl über den Gotthard gekommen waren ;-) sehr anhänglich - aber als ich ohne hinzusehen zuschlug, erwischte ich eine Fliege, die vermutlich in der Hitze etwas träge war. Es vergingen nicht einmal zwei Minuten, bevor jemand vom Entsorgungstrupp erschien und den Kadaver wegschleppte. Hier die Fotos dazu.



Ein Berggänger

Alpensalamander (Salamander atra)

 

Dieser kleine Salamander war eines Abends im Spätherbst unterwegs in unserem Garten. Da er der Kälte wegen sich nur noch sehr langsam bewegen konnte und Gefahr im Anzug war in Form einer der Nachbarskatzen (welche oftmals auch Blindschleichen erwischen und töten, die wir dann leblos mit Bisswunden auffinden), wurde der kleine Kerl gerettet. Durch die Wärmeabstrahlung der Hände wurde er gleich wieder etwas lebhafter, so dass er sich dann blitzschnell verkroch, als wir ihn bei einem Laubhaufen wieder aussetzten. Phew, das war knapp!

 

Alpensalamander können bis zu 15cm lang werden. sie haben nur eine geringe Fortpflanzungsrate und bringen gleich ein bis zwei voll entwickelte, bis zu 4cm grosse, lungenatmende Tiere zur Welt, die sofort an Land lebensfähig sind und deren Larvenentwicklung sich in den beiden Uteri des Weibchens vollzieht in einem Zeitraum von 2-3 Jahren - im Gegensatz zu den meisten Amphibien, welche Laich ablegen und deren Nachkommen ein Larvenstadium mit Kiemenatmung durchmachen (Frösche!).

 

Ihr Verbreitungsgebiet sind die Zentral- und Ostalpen ab 800m Höhenmetern bis weit über 2000m. Man trifft sie von April bis Oktober an, den Winter verbringen sie dann in unterirdischer Winterstarre. Sie stehen unter strengem Schutz, denn obwohl sie durch ihre giftigen Hauttsekrete einigermassen geschützt sind vor Fressfeinden, sind sie regional durch die Zerstörung des Lebensraumes bedroht. Dieser Lebensraum ist andrerseits durch seine geographische Lage (Alpengebiet) begrenzt und deshalb einzigartig.

Klopfzeichen

Das ist der Hammer!

 

Hinter unserem Haus wohnt seit einigen Jahren ein Buntspecht (Dendrocops major Syn Picoides major), der sehr originell ist, was Futterbeschaffung angeht. Es wachsen hier nicht wenige Haselnusssträucher und -bäume. Und auf deren Früchte hat er es abgesehen!

 

Er holt sich die mittlerweile fast reifen Haselnüsse und klemmt sie in die Längsspalten des Strommasten, der hinter unserem Haus steht und dessen Holz durch die Austrockung von vielen Spalten durchzogen ist. Dann hackt er mit seinem harten Schnabel in Windeseile die Nusschalen auf, um an die Nüsse zu gelangen. Sein Hämmern ist gut zu hören. Einige Nüsse fallen auf den Boden dabei, aber um die kümmert er sich nicht, er lässt sie liegen und holt sich neue. Wegen der vielen Katzen geht er so auf Nummer sicher.




Falter flattern

Blutströpfchen

 

Das Blutströpfchen, auch Widderchen genannt wegen den oft gebogenen Fühlern, welche dann wie Widderhaken aussehen, ist ein tagaktiver Nachtfalter. Das mag sich etwas seltsam anhören, aber das Widderchen (Zygaena lonicerae und weitere auf den ersten Blick von diesem kaum unterscheidbare Arten der Familie der Zygaenidae) gehören nicht zu den Tagfaltern, wie die uns allen bekannten Schmetterlinge, sondern zählen eben zu den Nachtfaltern, sind jedoch tagaktiv. Der Falter, der in Deutschland gefährdet ist, hat nachtschwarze Flügel, welche mit blutroten Tupfen (Blutströpfchen!) verziert sind.

 

Die Raupen des Widderchen tun sich meist an Klee gütlich, vor allem an Hornklee, aber auch der bekannte Wiesen-Klee und der Weiss-Klee dienen ihnen als Nahrungsquelle - endlich eine gute Nachricht, denn der Klee wächst uns hier mit unseren sehr mageren Böden gebietsweise fast über den Kopf. Die Raupen der Widderchen sind behaart, die Färbung ist gelblich-weiss mit seitlichen schwarzen Punkten, aber je nach Art, kann die Körperfarbe auch gerade umgekehrt sein, im Internet gibt es viele Bilder zu den unterschiedlichen Arten der Widderchen und ihren Raupen. Der Kokon der verpuppten Raupen ist meist gelblich und klebt (er klebt der Länge nach und hängt nicht!) an Mauern, Felsvorsprüngen oder Pflanzenstengeln. Und beide, die Falter und die Raupen, schützen sich mit giftigen Körpersäften: sie enthalten Blausäure!


Raupe eines Widderchens, die mir endlich doch noch vor die Kamera gelaufen ist

Winzlinge machen den Garten unsicher

Hallo again!

 

Letztens war ich im Keller und hängte die Wäsche auf, da erhielt ich Besuch: ein kleines Spitzmäuschen (noch nicht ausgewachsen), schaute 'mal nach, was ich so tat. Wie es hereingekommen ist, weiss ich nicht, die Stufe in den Keller ist ziemlich hoch, also half ich ihm wieder hinaus. Aber erst musste ich meine Camera holen... Als ich zurück war, sah ich es erst gar nicht, also rief ich es, und siehe da, es kam gleich wieder hervor. Nachdem es auf die schwarze Gummimatte geklettert war, hob ich diese vorsichtig nach draussen, wo es kurz darauf ein wenig die weiteren dreissig cm2 um sich herum beschnupperte. Ich schaute ein wenig zu und ging dann wieder hinein und schloss die Tür hinter mir, damit es sich nicht wieder in den Keller schlich. Kurz verliess ich den Keller, aber als ich zurückkam, stand schon wieder ein winziges Spitzmäuschen vor derselben Tür, bei der ich das Spitzmäuschen auf der Matte nach draussen gebracht hatte (der Keller hat zwei Türen, auf der einen Seite sind sie vermutlich reingekommen, um die Abkürzung auf die andere Seite des Hauses durch den Keller zu nehmen, dass das erste Spitzmäuschen in den paar Minuten um das Haus gerannt wäre, um den Parcours nochmals zu machen, war ausgeschlossen, es musste sich um ein zweites handeln - ausgesehen haben beide gleich). Also hob ich dieses ebenfalls auf der Matte nach draussen, wo es seine Umgebung erkundete.

 

Ich vermied den ganzen Nachmittag, auf die Wiese zu treten, weil ich nicht wusste, wo in ihrem Dschungel sich die beiden befanden, dachte mir aber, dass sie nicht weit sein würden. Dass ich damit recht hatte, sahen wir abends, als wir den Pflanzen in den Töpfen Wasser gaben, denn da erschienen beide zusammen bei uns. Das eine hat dann gleich seine Nase in einen Spalt gesteckt, in welchem Ameisen hin- und herrannten, um ein paar Leckerbissen zu angeln. Das andere hat ein wenig den Sitzplatz erkundet. Vielleicht waren die beiden Geschwister, die etwas zu früh das Nest verlassen mussten, denn sie waren wirklich winzig und noch recht unsicher auf den Beinen. Spitzmäuse sind sonst Einzelgänger, man trifft sie höchstens ins Gruppen an, wenn sie Junge haben; ich habe vor Jahren einmal eine ganze Familie auf ihrem Spaziergang beobachten können.

 

Wir haben sie dann hinter einen Topf gelotst, wo sie ohne Gefahr vor den Nachbarskatzen ihre Nacht verbringen konnten, sie wollten nämlich einfach an der Kante zwischen Treppe und Boden einschlafen, was vermutlich ihren Tod bedeutet hätte. Es waren wirklich noch Kinder, welche die Gefahr noch nicht einschätzen konnten. Und gegenüber den Menschen sind Spitzmäuse ja ohnehin nicht scheu, was eigentlich recht seltsam anmutet, weil doch auch viel grössere Tiere sich stets aus dem Staub machen, wenn man auf der Bildfläche erscheint.

 

Jedenfalls habe ich nun endlich ein paar Fotos (Nahaufnahmen!) aufnehmen können von unseren Wombels (siehe weiter oben) für den Vergleich...

 

Ein paar Tage später sichteten wir die Spitzmäuschen im Kompost, unweit der Kellertür.





Spitzmaus, vermutlich eine Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens - Spitzmäuse gehören zur Familie der Soricidae)

Vorsicht, Verwechslungs-gefahr!

Europäische Kolibris

 

Alle der knapp 350 Kolibri-Arten leben ausschliesslich in Amerika, sie sind dort von Alaska bis Feuerland verbreitet. Speziell ist ihr Schwirrflug, der aus 40-50 Flügenschlägen pro Sekunde besteht. So können sie auf der Stelle, seitwärts oder gar rückwärts fliegen, während sie Nektar von Blüten trinken.

 

"Europäische Kolibris" gibt es auch, aber es sind keine Vögel, sondern Insekten: wegen seines Flugverhaltens, das dem der Kolibri-Vögel ähnelt, wird das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) auch Kolibrischwärmer genannt. Vermeintliche Sichtungen von Kolibris in Europa erweisen sich jeweils als Sichtung eines Kolibrischwärmers. Die Kolibri-Vögel sind oft sehr klein, ja winzig, der Kolibrischwärmer, der zu den Schmetterlingen zählt, dagegen ist eher gross und hat einen recht dicken, behaarten Körper. Seine Flügelspannweite erreicht 40-76 mm, ausserdem besitzt er einen gut sichtbaren Saugrüssel, der zweieinhalb cm lang ist. Die Frequenz ihres Schwirrfluges ist sogar noch höher als die der Kolibri-Vögel, nämlich 70-80 Schläge pro Sekunde, und sie können mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h fliegen! So ist es ihnen auch möglich, tausende von Kilometern über das Europäische Festland, Russland, Asien und Afrika zu fliegen, es sind Wanderschwärmer, sie können 3000 km innert weniger als zwei Wochen zurücklegen!

 

Schwärmer sind meist nachtaktive Insekten, der Kolibrischwärmer hingegen ist am Tag aktiv und in der Dämmerung, nur gelegentlich jedoch nachts. Sie sind ihren Nahrungsgebieten und Nachtquartieren recht treu während ihrem gesamten Falterleben.

 

Die Raupe des Kolibrischwärmers ist von einem smaragdfarbenen Grün mit vielen weissen Pünktchen am ganzen Körper, der aus einer glatten Haut besteht und auf den Seiten von einer weissen Linie geschmückt wird. Das auffälligste Merkmal ist aber ihr langer, blau-orangefarbener Stachel an hinteren Ende.

Kolibrischwärmer - nicht etwa eine kleine Fledermaus ;-)


Raupe des Kolibrischwärmers


Marsmännchen

Kleine Grüne Männchen

 

Heute wenden wir uns enimal den Kleinstlebewesen zu. Und ich beantworte die (ungestellte) Frage, woher ich all die hier vorgestellten Pflanzen- und Tierarten kenne (tue ich nicht - ich recherchiere im Internet, und wie ich dies tue, erfährt Ihr eben anhand dieses Marsmännchens).

Im Sommer letzten Jahres hat sich ein winziges grünes Insekt meine Hand als Landeplatz ausgesucht. Es war nur ca. 2 mm lang und leuchtend hellgrün und hatte einen ganz zarten Körper. Ich habe mit der andern Hand das Smartphone aus der Tasche gezogen und das kleine grüne Männchen fotographiert. Zu Hause habe ich einen Ausschnitt vergrössert, damit das Insekt besser studiert werden konnte. Zur Veranschaulichung seiner Winzigkeit stelle ich hier jeweils ein halbvergrössertes Foto ein und dann den Ausschnitt mit dem Insekt.

 

Nun ging es zur Recherche: die Eingabe "kleines/winziges, grünes Insekt" erbrachte mir "falsche" Resultate: damit kam ich zur "Gemeinen Florfliege" oder "Grüne Florfliege" (Chrysoperla carnea). Die sieht übrigens sehr hübsch aus und war im Jahre 1999 in Deutschland das Insekt des Jahres. Die Farbe stimmt mit meinem Insekt überein, aber die Flügel sind viel zu lang, der Körper ist viel zartgliedriger, es fehlt die Wölbung des Rückens - und das Insekt ist mit 15 - 30 mm viel zu gross. Also weiter im Text. Ich gab anstelle von "winzig" nun "2 mm" ein in der Suchmaschine. Darauf erhielt ich nicht viel andere Resultate. Ich wechselte auf die Bildersuche. So konnte ich immerhin sehen, dass mein gesuchtes Insekt mit seiner Körperform einer Mücke ähnelte. Also eine Mücke. Aber viel zu kein, um zu stechen. Weitere Bildrecherche mit unterschiedlichen Suchwörtern führte mich dann tatsächlich auf mögliche Ergebnisse, nämlich die Zuckmücken. Davon gibt es weltweit über 15'000 Arten! Sie werden auch Schwarmmücken oder Tanzmücken (Chironomidae, Tendipedidae) genannt und gehören zur Familie der Mücken. Allein in Mitteleuropa gibt es ca 1500 Arten. Und es werden also wohl kaum alle bestimmt worden sein bis jetzt. Wer also sich ein Denkmal setzen möchte mit eigenem Mückennamen, der kann sich ja nun auf die Bestimmung dieser Winzlinge einlassen... ;-)

Es könnte sich also hier um eine Zuckmücke handeln. Obwohl ich die Art nicht weiter zu bestimmen vermochte, kann man sagen, dass (falls es es tatsächlich eine Zuckmücke ist) es sich wohl um ein weibliches Exemplar handeln muss, weil die Männchen federbuschartige Fühler haben und die Weibchen eben nicht. Diese Federbüsche sehen übrigens sehr hübsch aus! Im Internet gibt's Aufnahmen davon. Interessant sind auch die überlangen Beine des Insekts, auf meinen Fotos kann man klar sehen, dass sie unregelmässig grün und schwarz gefärbt sind.

Weiter in der Bestimmung kam ich nicht. Ich gebe zu, dass es sich hier nur um eine Vermutung handelt, dass es eine Zuckmücken ist, die mir zugeflogen ist. Wenn ich mit Wörtern nicht weiterkomme bei meiner Recherche, versuche ich es stets mit der Bildersuche. Damit hat man, vor allem auch bei Blümchen, die man nicht kennt, oft mehr Erfolg. Wer die Art kennt, soll sich doch bitte melden! Ich bin interessiert, mehr zu erfahren.

 

winziges, grünes Insekt (in Wassernähe)

Ein grosser Käfer

Ein düsterer Nützling

 

Er ist 3 - 4 cm lang und rabenschwarz. Er ist flugunfähig und zumeist nachtaktiv. Er jagt Insekten, Schnecken, Würmer, frisst Aas und manchmal auch Obst, das auf den Boden gefallen ist: Der Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) ist trotz seines düsteren Aussehens ein wichtiger Nützling. Manchmal sucht er sein Glück auch in feuchten Kellern (und säubert diese somit beispielsweise von Asseln), oder er ist in den Keller gefallen und findet an den glatten Wänden keinen Halt, um wieder in die Freiheit zu gelangen - bitte helfen!

 

Der Lederlaufkäfer ist eine der grössten Laufkäferarten Mitteleuropas. Bei Gefahr kann er eine übelriechende Flüssigkeit aussondern. Er beträufelt sein Opfer mit einen enzymhaltigen Verdauungssaft. Er selbst hat ausser dem Menschen, der allzu oft mit Gift anrückt, kaum Feinde. Er kann zwei bis drei Jahre alt werden.

 

In Deutschland ist er geschützt. Das sollten wir hierzulande auch tun, ihn schützen, denn im Garten kann man ein zusätzliches Paar helfende Hände immer gebrauchen.

Sag' mir, wo die Bienen sind, wo sind sie geblieben...

Ein Loblied auf die Wildbienen

 

Weltweit sind bereits 17'000-30'000 Wildbienen-Arten beschrieben worden (aber nur knapp 5500 Säugetierarten), in der Schweiz gibt immerhin 614 Wildbienen-Arten, zu denen auch die Hummeln (Bombus) zählen (http://wildbieneundpartner.ch/wildbienen/).

 

Uns allen ist die seit Jahrhunderten domestizierte Honigbiene (Apis) _ die übrigens unter "Nutztieren" katalogisiert ist - ein Begriff. Und wir alle haben vom dramatischen Bienensterben gehört, von der Varoa-Milbe, die ganze Bienenvölker zerstört. Die Imker haben Alarm geschlagen. Aber nicht nur, weil die Situation für die Honigbienen dramatisch ist, sondern auch für uns ist sie das, für uns alle, denn die Bienen bestäuben die Pflanzen, von denen wir leben.

 

Die Wildbienen fristen ein Schattendasein. Aber wenn die Honigbienen ausfallen, dann sind wir auf sie angewiesen. Grund genug, hier über sie zu berichten.

 

Es gibt Bienenarten mit kollektiver Lebensweise und solitär lebende Bienen. Und eine dritte Gruppe sind Kuckucksbienen, die sich ins gemachte Nest einer anderen Art (meist einer Solitärbiene, die auf Pollenflug ist) setzen, anstatt ein eigenes zu bauen.

 

Die bekannteste Gruppe der kollektiv lebenden Bienen ist natürlich diejenige der Honigbiene, über deren ausgeklügelte Lebensweise viele von uns schon in der Schule etwas gelernt haben. Von solitär lebenden Bienen, auch Einsiedlerbienen genannt, haben die wenigsten schon etwas gehört, obwohl sie mit 95% Anteil die grösste Gruppe ausmachen! Sie haben als Puppe oder als Imago in der Puppenhülle überwintert, paaren sich, die Weibchen bauen kleine Nester und legen Eier hinein. Die Nahrung, die gesammelt wird, dient nur der eigenen Versorgung und für die Brut, es werden keine Vorräte angelegt wie bei der Honigbiene - somit gibt es auch keinen Honig zu ernten dort. Die Brutzelle mit den Eiern drin wird verschlossen, die später schlüpfenden Larven finden dann also an einem geschützten Ort Nahrung vor.

 

Wildbienen (inkl. HIummeln) sind keine Gefahr für den Menschen, weil sie nicht aggressiv sind. Sie stechen nur, wenn sie sich in Todesgefahr sehen.

 

Der Mensch hingegen ist eine grosse Gefahr für die Wildbienen, weil er ihnen den Lebensraum und die Nahrung nimmt. Mit der Zersiedelung verschwinden die kleinen Nischen, die für die Wildbienen für den Nestbau so wichtig sind. Wir können sie ihnen zurückgeben, indem wir ihnen ein Hotel zur Verfügung stellen: ein Bienenhotel! Oder man überlässt einfach eine Ecke des Gartens sich selber mit Totholz und Reisighaufen - aufräumen verboten. Ausserdem sollte in unseren Gärten zumindest in einem Teil davon Wildblumen gedeihen, die meist magere Böden lieben und keine Rückschnitte und Kontrolle lieben, sondern sich wild versamen möchten.

 

Je mehr die Menschheit die Natur aufräumt und versucht, mit allen Mitteln sie zu kontrollieren, desto mehr entgleitet sie uns und desto mehr gerät sie ausser Kontrolle. Während wir mit Laubbläsern eine gepützelte Landschaft herstellen und mit radikalen Rückschnitten die Pflanzen dazu zwingen, in akuraten Reihen zustehen, umso ärmer wird nicht nur sie, sondern auch wir. Wir erkennen kaum die höhere Ordnung der Natur, ihr Gleichgewicht, das eigentlich allen einen Lebensraum bieten würde.

 

Wildbiene auf Commelina Blüte

Bienenhotel: Unterschiedlich grosse Löcher wurden in eine Stück Holz gebohrt für Nistplätze von diversen Arten der Wildbienen. Das Bienenhotel wird rege benützt, viele Löcher sind verklebt worden.

Vor rund hundert Jahren hatten die wenigsten Familien Honig zu Hause, doch heute gibt es davon in jedem Lebensmittelladen viele verschiedene Sorten und auch noch recht günstig. Wir können sogar noch wählen zwischen Blüten-, Wald, Lavendel- ... Honig und aus welchem Land er stammt. Wir nehmen den Honigbienen alles weg und bieten ihnen Zuckerwasser an als Ersatz, während wir ihr eigenes Nahrungsmittel mit all den Spurenelementen, Vitaminen und auch den leicht antibiotischen Eigenschaften wegnehmen, das sie selbst gegen Parasiten schützen sollte. Und dann wundern wir uns, dass sie krank werden. Gier hat noch keinem genützt. Wir nehmen alles und noch mehr. Was bleibt, ist das Bienensterben. Und wir rätseln noch darüber...

Die kleinen Helikopter

Erstaunliche Flugmaschinen

 

Weltweit gibt es über 6000 Libellenarten. Sie zeichnen sich durch einen aussergewöhnlichen Flugapparat aus, und sind in der Lage, die beiden Flügelpaare unabhängig voneinander zu bewegen, so dass abrupte Stopps, Stehenbleiben in der Luft und sogar teilweise Rückwärtsfliegen möglich sind. Daher erinnern sie uns - auch vom gesamten Körperbau - sehr an einen Helikopter, der vermutlich die Nachbildung einer Libelle darstellt.

 

Obwohl es bei uns im Garten sehr sonnig, heiss und sehr trocken ist, beobachten wir immer wieder Libellen, obschon Libellen eigentlich vom Wasser abhänging sind, da ihre Larven das Wasser als Lebensraum benötigen. Andrerseits können Libellen anscheinend auch weitab von Gewässern gesichtet werden, wenn sie auf Beutefang sind. Libellen sind Räuber, die ihre Beute im Flug fangen.

Die Bestimmung von Libellen ist nicht enfach, weil die Farbgebung - ansonsten ein wichtiges Merkmal bei Bestimmungen - nicht wirklich zur Identifizierung herangezogen werden kann. Libellen durchlaufen verschiedene Farbveränderungen und können auch an einem kühlen Morgen anders aussehen als zur Mittagszeit.

Die roten Punkte an den Flügeln sind hier bei der Bestimmung jedoch hilfreich. Es handelt sich bei dieser Libelle sehr wahrscheinlich um eine Heidelibelle, vermutlich um eine Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum), die zur Familie der Segellibellen gehört, die wiederum eine Unterfamilie der Grosslibellen ist.

 

Vor ungefähr 300 mio Jahren gab es Libellen mit einer Flügelspannweite von bis zu 72 cm! Es gibt Fossilien-Abdrücke in Gesteinen, auf denen man die Flügelsegmente wunderbar erkennen kann (siehe Museum Mensch und Natur, München). Der Flügel- und Körperbau hat sich seit damals nur noch minimal verändert, nur Grösse der Libellen ist massiv geschrumpft.

Ich zeige Dir einen vogel...

Jawohl! Und nicht nur einen!

 

Ich habe einmal gezählt, wieviele Vogelarten bei uns so ab und zu vorbeischauen _ im Winter zum Vogelfutter picken, im Sommerhalbjahr, um nach Insekten oder Sämereien zu suchen oder um hier in unseren katzensicheren Fhähren und Tannen zu brüten, oder auch in enem der Verstekce am Haus, wo es trocken und warm ist. Resultat: "WIR SIND VIELE!"

 

Hier die (unvollständige) Liste:

 

Tannenmeise

Kohlmeise

Blaumeise

Bergmeise

Haubenmeise

Gimpel

Eichelhäher

Heckenbraunelle (sieht aus wie ein Spatz/ Haussperling, die gibt es jeodch nicht hier oben=

Distelfink

Hausrotschwanz

Wacholderdrossel

Kleiber

Buntspecht

Amsel

Rotkehlchen

Elster

Zaunkönig

Girlitz

Alpenbraunelle

Wintergoldhähnchen

Sommergoldhähnchen

Mönchsgrasmücke

Gartengrasmücke

Grünling

 

 

Ausserdem sieht/hört man

Steinadler

Roter Milan

Kolkraben

Käutzchen (Steinkauz)

 

Und neuerdings haben wir ganz spezielle Gäste, die uns fast täglich ihre Aufwartung machen: man sieht sie oben auf dem Foto, Berdohlen/ Alpendohlen. Die beiden (Bergdohlen binden sich fürs Leben), scheinen ein Paar zu sein. Sie kommen stets zusammen, fliegen zusammen fort, kreisen zusammen über dem Haus, rufen einander etwas zu in ihrem distinctiven Ruf.

 

Ach, und übrigens, wenn wir schon von Fliegern sprechen: in unserem Dach (zwischen Ziegeln und Haus) schlafen Fledermäuse, die in der Abenddämmerung ausfliegen und in der Morgendämmerung zurückkehren. Fledermäuse sind in der Schweiz stark geschützt, sogar wenn ein Umbau des Hauses ansteht. Wie man sie anlocken kann? Sie fressen nachtaktive Insekten. Und wie lockt man diese (und all die Vogelarten) an? Mit einem wilden Garten...

 

Ich werde auf dieser Website über "unsere" Vögel erzählen. Im Moment fehlt mir aber leider die Zeit dazu, weil ein anderes Projekt meine volle Aufmerksamkeit benötigt. Ich hoffe, damit in ein paar Monaten fertig zu sein.

Nun doch eine Kleine Anektote als Zückerchen

Dieser Kleiber würde gerne ein paar Samen holen. Doch im Moment ist das Tablett besetzt durch die Berdohlen. Also beobachtet er vom Dach aus die beiden kritisch, die ihm nicht ganz geheuer sind und hofft, dass sie ihm noch etwas übrig lassen, vor allem von den Baumnüssen, die er so liebt...